Aussehen & Wahrnehmung
Das Erscheinungsbild von Nackthunden wird häufig auf die Haarlosigkeit reduziert. Tatsächlich prägen auch Restbehaarung, Pigmentierung, Hautzeichnung, Körperbau und individuelle Merkmale ihr Aussehen.
Die sechs Karten ordnen verbreitete Vorstellungen über Haarlosigkeit, Hautfarbe und die Wahrnehmung von Nackthunden sachlich ein.
Ein echter Nackthund muss vollständig haarlos sein.
Haarlosigkeit bedeutet nicht automatisch völlige Haarfreiheit.
Bei Chinese Crested, Xoloitzcuintle und Perro sin pelo del Perú wird die Haarlosigkeit durch eine Variante im FOXI3-Gen verursacht. Haarlose Hunde dieser Rassen können unterschiedlich stark ausgeprägte Restbehaarung zeigen. Besonders beim Chinese Crested sind Haarbüschel an Kopf, Pfoten und Rute typisch.
Die FOXI3-bedingte Haarlosigkeit reduziert die Ausbildung des Haarkleids, führt aber nicht bei jedem Hund zum gleichen äußeren Erscheinungsbild. Wissenschaftliche Beschreibungen sprechen deshalb von fehlender oder spärlicher Körperbehaarung. Beim Chinese Crested werden zudem unterschiedliche Ausprägungen bis hin zu semicoated Phänotypen beschrieben. Vollständige Haarlosigkeit ist deshalb kein notwendiges Merkmal eines genetisch haarlosen Hundes.
Mehr dazu steht unter „Wusstest du schon … Erscheinungsbild & Wahrnehmung“.

- Drögemüller et al. – A mutation in hairless dogs implicates FOXI3 in ectodermal development
- Kupczik et al. – The dental phenotype of hairless dogs with FOXI3 haploinsufficiency
- Parker et al. – The bald and the beautiful: hairlessness in domestic dog breeds
- Welle – Canine noninflammatory alopecia: An approach to its classification and a diagnostic aid
Powder Puffs sowie behaarte Xolos und Perros sind Mischlinge.
Behaarte und haarlose Hunde gehören zur selben Rasse.
Chinese Crested, Xoloitzcuintle und Perro sin pelo del Perú können sowohl haarlose als auch behaarte Nachkommen hervorbringen. Beim Chinese Crested wird die behaarte Variante als Powder Puff bezeichnet. Die Behaarung entsteht durch die Vererbung der jeweiligen FOXI3-Varianten und ist kein Hinweis auf eine Einkreuzung anderer Rassen.
Die FOXI3-bedingte Haarlosigkeit wird dominant vererbt. Haarlose Hunde tragen in der Regel eine veränderte und eine unveränderte FOXI3-Variante. Behaarte Hunde besitzen die mit Haarlosigkeit verbundene Variante nicht. Deshalb können aus entsprechenden Verpaarungen innerhalb derselben Rasse sowohl haarlose als auch behaarte Welpen hervorgehen. Das unterschiedliche Haarkleid ist damit eine genetisch erklärbare Variante innerhalb dieser Rassen und kein Beleg für eine Mischlingsherkunft.
Mehr dazu steht unter „Wusstest du schon … Genetik & Biologie“.

Das Aussehen eines Nackthundes wird hauptsächlich durch die Haarlosigkeit bestimmt.
Haarlosigkeit ist nur ein Teil des Erscheinungsbildes.
Nackthunde unterscheiden sich in zahlreichen sichtbaren Merkmalen. Körpergröße, Proportionen, Kopfform, Ohren, Hautfarbe, Pigmentierung und Restbehaarung prägen ihr individuelles Erscheinungsbild. Auch die Haarlosigkeit selbst kann unterschiedlich ausgeprägt sein.
Das Erscheinungsbild eines Hundes entsteht aus vielen genetisch beeinflussten Merkmalen. Haarwachstum ist nur eines davon. Bereits innerhalb der haarlosen Varianten zeigen sich Unterschiede in Pigmentierung und Restbehaarung. Hinzu kommen die jeweiligen körperlichen Merkmale der einzelnen Rassen. Ein Chinese Crested, ein Xoloitzcuintle und ein Perro sin pelo del Perú werden deshalb nicht allein durch ihre gemeinsame Haarlosigkeit charakterisiert. Die genetische Forschung zur Morphologie von Hunden zeigt generell, dass Körpergröße, Proportionen, Schädelform, Ohren und Haarkleid eigenständige Bestandteile der großen morphologischen Vielfalt des Haushundes sind.
Mehr dazu steht unter „Wusstest du schon … Erscheinungsbild & Wahrnehmung“.

Flecken und unterschiedliche Hautfarben sind Anzeichen für Hautprobleme.
Unterschiedliche Hautfarben können zur natürlichen Pigmentierung gehören.
Die Haut von Nackthunden kann einfarbig, gefleckt oder unterschiedlich stark pigmentiert sein. Helle und dunkle Hautbereiche sowie individuelle Zeichnungen können Teil der normalen Hautpigmentierung sein und stellen für sich genommen keine krankhafte Hautveränderung dar.
Die Hautfarbe wird wesentlich durch Pigmente wie Melanin bestimmt. Deren Menge und Verteilung können sich zwischen einzelnen Hautbereichen unterscheiden und sichtbare Farbzeichnungen erzeugen. Bei Nackthunden ist diese Pigmentierung unmittelbar zu sehen, weil sie nicht von Fell verdeckt wird. Flecken, Farbunterschiede und Zeichnungen können deshalb ganz normale Merkmale des individuellen Erscheinungsbildes sein.
Mehr dazu steht unter „Wusstest du schon … Erscheinungsbild & Wahrnehmung“.

Die Hautfarbe eines Nackthundes bleibt das ganze Jahr gleich.
Die Pigmentierung der Haut kann sich im Jahresverlauf sichtbar verändern.
Bei Nackthunden kann die Haut je nach Sonnenexposition heller oder dunkler erscheinen. Besonders in stärker pigmentierten Hautbereichen kann sich die Färbung unter dem Einfluss von Sonnenlicht intensivieren und bei geringerer UV-Exposition wieder zurückgehen.
Melanin trägt zur natürlichen Färbung und zum UV-Schutz der Haut bei. Sonnenlicht kann die Melaninbildung anregen und dadurch die Pigmentierung verstärken. Da die Haut von Nackthunden großflächig sichtbar ist, lässt sich dieser Effekt besonders gut beobachten. Ein Hund kann deshalb im Sommer deutlich dunkler erscheinen als in sonnenärmeren Monaten, ohne dass sich seine grundlegende Hautzeichnung verändert.
Mehr dazu steht unter „Wusstest du schon … Haarlosigkeit & Thermoregulation“.

Nackthunde sehen krank oder ungesund aus.
Haarlosigkeit ist ein äußeres Merkmal und kein Maß für die Gesundheit.
Das ungewohnte Erscheinungsbild von Nackthunden wird häufig anders wahrgenommen als das behaarter Hunde. Sichtbare Haut, Pigmentierung und Restbehaarung prägen ihr Aussehen, sagen für sich genommen aber nichts über den individuellen Gesundheitszustand eines Hundes aus.
Bei den FOXI3-bedingt haarlosen Rassen gehört die Haarlosigkeit zum genetisch bestimmten Erscheinungsbild. Weil bei den meisten Hunden Fell einen großen Teil der Körperoberfläche bedeckt, wirken haarlose Hunde auf manche Menschen zunächst ungewohnt. Gesundheit wird jedoch nicht danach beurteilt, ob ein Hund dem gewohnten Bild eines behaarten Hundes entspricht, sondern anhand seines tatsächlichen körperlichen Zustands und seiner Funktionen. Das äußere Merkmal Haarlosigkeit ist deshalb für sich genommen kein Hinweis darauf, dass ein Hund krank oder ungesund ist.
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