Xoloitzcuintle
Der Xoloitzcuintle – meist kurz Xolo genannt – stammt aus Mexiko und gehört zu den alten Hunderassen Mittelamerikas. Sein auffälligstes Merkmal ist die weitgehende Haarlosigkeit, doch auch bei dieser Rasse gibt es neben den haarlosen Hunden eine vollständig behaarte Variante.
Der Xolo kommt in drei Größen vor – Standard, Zwischenvarietät und Miniatur. Dadurch reicht das Erscheinungsbild vom kleinen, leichten Hund bis zum deutlich größeren und kräftigeren Vertreter der Rasse.

Herkunft und Geschichte
Hunde dieses Typs waren in Mexiko bereits lange vor der Ankunft der Europäer bekannt. Im präkolumbischen Mexiko hatten sie nicht nur eine praktische Bedeutung, sondern spielten auch in religiösen Vorstellungen und Zeremonien eine Rolle.
Besonders eng ist ihre Geschichte mit Xólotl verbunden, einer Gottheit der aztekischen beziehungsweise nahua Kultur. Der Xolo galt als dessen Repräsentant und wurde mit der Vorstellung verbunden, die Seelen Verstorbener auf ihrem Weg in die Totenwelt zu begleiten. Auch der Name Xoloitzcuintle wird mit Xólotl in Verbindung gebracht.
Die heutige Rasse wäre allerdings beinahe verschwunden. Die Federación Canófila Mexicana setzte sich für ihren Erhalt ein und führt den Xoloitzcuintle seit 1940 in ihrem Logo.
Haarlos und behaart
Zum Xoloitzcuintle gehören zwei äußerlich unterschiedliche Varietäten. Beim haarlosen Xolo fehlt das Körperhaar vollständig oder fast vollständig. Kurze Haare können insbesondere an Stirn und Nacken vorhanden sein, auch an Pfoten und Rutenspitze kann Behaarung vorkommen.
Daneben gibt es die vollständig behaarte Varietät. Ihr Fell ist kurz, flach und vorzugsweise glatt und besitzt keine Unterwolle. Im Körperbau unterscheiden sich beide Varietäten grundsätzlich nicht voneinander.
Dass innerhalb derselben Rasse haarlose und behaarte Hunde geboren werden können, hängt mit der Vererbung der Haarlosigkeit zusammen. Mehr dazu findest du im Bereich „Genetik & Biologie“.

Erscheinungsbild
Der Xoloitzcuintle ist ein schlanker und zugleich kräftiger Hund mit harmonischem Körperbau. Typisch sind seine klare Silhouette, die langen Gliedmaßen und die großen, bei Aufmerksamkeit aufgerichteten Ohren.
Die Rasse wird in drei Größen eingeteilt. Die Standardvarietät misst 46 bis 60 Zentimeter, wobei bei Hunden von optimaler Qualität eine Toleranz von zwei Zentimetern nach oben vorgesehen ist. Die Zwischenvarietät liegt zwischen 36 und 45 Zentimetern, die Miniaturvarietät zwischen 25 und 35 Zentimetern.
Durch diese Größenunterschiede und die haarlose beziehungsweise behaarte Varietät kann das Erscheinungsbild innerhalb der Rasse erheblich variieren.

Wesen und Alltag
Xolos gelten als ruhige, aufmerksame und intelligente Hunde. Ihren vertrauten Menschen können sie eng verbunden sein, während sie Fremden gegenüber durchaus zurückhaltend oder misstrauisch reagieren können. Wachsamkeit gehört insbesondere bei den größeren Varietäten zum Rassebild: Standard- und Zwischenvarietät werden im FCI-Standard als Wachhunde geführt, die Miniaturvarietät als Begleithund.
Die häufig ruhige Ausstrahlung sollte dabei nicht mit Passivität verwechselt werden. Der Xolo ist ein beweglicher Hund, der Beschäftigung und gemeinsame Aktivitäten mit seinen Menschen schätzt.
Wie bei jeder Rasse können solche Beschreibungen nur typische Tendenzen wiedergeben. Temperament und Verhalten des einzelnen Hundes werden ebenso von Persönlichkeit, Aufzucht, Erfahrungen und Haltung beeinflusst.
Mehr über den Xoloitzcuintle
Wer sich ausführlicher mit dem Xoloitzcuintle beschäftigen möchte, findet beim Club für Exotische Rassehunde weitere Informationen zur Rasse, zum Rassestandard und zur Zucht.
Auf „Mehr als nackt“ findest du dagegen vertiefende Informationen zu den Besonderheiten, die Nackthunde betreffen – unter anderem zu Genetik, Haarlosigkeit, Zähnen, Haut, Thermoregulation, Pflege und Gesundheit.