Allergien, Parasiten & Hygiene

Sind Nackthunde hypoallergen? Können sie trotzdem Flöhe oder Zecken bekommen? Und sind sie automatisch hygienischer als behaarte Hunde?

Rund um Allergien, Parasiten und Hygiene bei Nackthunden halten sich viele vereinfachte Annahmen. Die folgenden fünf Karten ordnen sie anhand des aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstands ein.

MYTHOS

Nackthunde sind hypoallergen.

FALSCH

Nackthunde sind nicht grundsätzlich hypoallergen.

REALITÄT

Auch Nackthunde bilden die Proteine, die bei entsprechend sensibilisierten Menschen eine Hundeallergie auslösen können. Welche Allergene ein Hund in welcher Menge abgibt, kann individuell variieren. Ebenso reagieren Menschen nicht auf alle Hundeallergene gleich. Deshalb lässt sich eine Hunderasse nicht verlässlich als allgemein hypoallergen einstufen.

WARUM?

Beim Hund sind mehrere Allergene bekannt, darunter Can f 1 bis Can f 7. Nicht jeder allergische Mensch reagiert auf dieselben dieser Proteine. Gleichzeitig unterscheiden sich einzelne Hunde in der Menge und Zusammensetzung der abgegebenen Allergene. Untersuchungen von als „hypoallergen“ bezeichneten Hunderassen konnten keine verlässlich niedrigere Allergenbelastung gegenüber anderen Hunden nachweisen. Entscheidend ist deshalb die individuelle Kombination aus Hund und allergischer Sensibilisierung.

Mehr dazu steht unter „Wusstest du schon … Genetik & Biologie“.

ZUSAMMENGEFASSTNackthund ≠ hypoallergen
Mythos 1: Illustration
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MYTHOS

Menschen mit Hundeallergie reagieren nicht auf Nackthunde, weil sie keine Haare verlieren.

FALSCH

Weniger verlorene Haare bedeuten nicht weniger Hundeallergene.

REALITÄT

Hundehaare sind nicht selbst die Ursache einer Hundeallergie. Sie können Allergene jedoch aufnehmen und in der Umgebung verteilen. Auch ohne dichtes Haarkleid gelangen allergene Proteine beispielsweise über Hautschuppen und Speichel in die Umgebung.

WARUM?

Hundeallergene entstehen unabhängig davon, ob ein Hund viele, wenige oder nahezu keine Haare besitzt. Haare können als Träger zur Verteilung beitragen, sind aber nicht die Quelle der Allergene. Untersuchungen zeigen zudem, dass Haarverlust und Fellmerkmale keine verlässlichen Rückschlüsse auf die Allergenbelastung eines Haushalts erlauben. Weniger verlorene Haare bedeuten deshalb nicht automatisch eine geringere allergische Belastung.

Mehr dazu steht unter „Wusstest du schon … Genetik & Biologie“.

ZUSAMMENGEFASSTWeniger Haare ≠ weniger Allergene
Mythos 2: Illustration
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MYTHOS

Nackthunde können keine Flöhe bekommen.

FALSCH

Auch Nackthunde können von Flöhen befallen werden.

REALITÄT

Flöhe sind Parasiten, die Hunde als Wirt nutzen und sich von deren Blut ernähren. Dafür benötigen sie kein dichtes Fell. Auch auf einem Nackthund können Flöhe leben und Blut saugen.

WARUM?

Der häufigste Floh bei Hunden ist der Katzenfloh Ctenocephalides felis. Erwachsene Flöhe gelangen auf einen geeigneten Wirt und beginnen dort mit der Blutaufnahme. Entscheidend ist damit der Hund als Wirt – nicht das Vorhandensein eines Haarkleids. Ein großer Teil des Flohzyklus findet außerdem nicht auf dem Hund, sondern in seiner Umgebung statt: Eier fallen vom Tier ab, Larven und Puppen entwickeln sich beispielsweise in Schlafplätzen, Teppichen oder anderen geschützten Bereichen.

Mehr dazu steht unter „Wusstest du schon … Pflege & Haltung“.

ZUSAMMENGEFASSTHaarlosigkeit schützt nicht vor Flöhen
Mythos 3: Illustration
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MYTHOS

Zecken können sich auf nackter Haut nicht festsetzen.

FALSCH

Auch auf nackter Haut können sich Zecken festsetzen.

REALITÄT

Zecken können auch Nackthunde als Wirt nutzen und sich direkt in ihrer Haut festsetzen. Das fehlende Fell kann den Kontakt und die weitere Bewegung einer Zecke auf dem Hund beeinflussen und macht sie vor allem wesentlich leichter sichtbar. Einen vollständigen Schutz vor Zecken bietet Haarlosigkeit jedoch nicht.

WARUM?

Zecken gelangen aus der Vegetation auf einen vorbeikommenden Wirt und suchen anschließend eine geeignete Stelle für die Blutaufnahme. Fellstruktur und Felllänge können dabei eine Rolle spielen; Studien bei behaarten Hunden zeigen allerdings unterschiedliche Ergebnisse zum tatsächlichen Einfluss auf den Zeckenbefall. Auf nackter Haut fehlt den Zecken die Fellstruktur, in der sie sich bewegen und verbergen können. Gleichzeitig sind sie wesentlich leichter zu entdecken und können dadurch häufig früh entfernt werden. Dass Nackthunde grundsätzlich weniger Zecken bekommen, ist plausibel und entspricht Haltererfahrungen, wurde bislang aber nicht ausreichend wissenschaftlich mit haarlosen und behaarten Hunden verglichen.

Mehr dazu steht unter „Wusstest du schon … Pflege & Haltung“.

ZUSAMMENGEFASSTNackte Haut erleichtert die Zeckenkontrolle
Mythos 4: Illustration
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MYTHOS

Nackthunde sind hygienischer als behaarte Hunde.

FALSCH

Haarlosigkeit macht einen Hund nicht grundsätzlich hygienischer.

REALITÄT

Bei Nackthunden fehlt ein großer Teil des Haarkleids, sodass weniger Haare in der Umgebung verteilt werden und Schmutz auf der Haut unmittelbar sichtbar und leicht zu entfernen ist. Das kann die Reinigung im Alltag vereinfachen. „Hygienischer“ ist jedoch keine biologische Eigenschaft, die sich allein aus der Haarlosigkeit ableiten lässt.

WARUM?

Hunde besitzen unabhängig vom Haarkleid eine natürliche Hautflora aus verschiedenen Mikroorganismen. Auch Talg, Hautschuppen und Speichel gehören zum normalen Hundeleben und verschwinden durch Haarlosigkeit nicht. Das fehlende Fell verändert jedoch praktische Aspekte: Lose Hundehaare spielen bei einem weitgehend haarlosen Hund kaum eine Rolle, und oberflächlicher Schmutz lässt sich direkt von der Haut entfernen. Ob ein Hund oder sein Lebensumfeld als hygienisch empfunden wird, hängt deshalb stärker von Pflege, Haltung und dem jeweiligen Hygienekriterium ab als vom Vorhandensein eines Fells.

Mehr dazu steht unter „Wusstest du schon … Pflege & Haltung“.

ZUSAMMENGEFASSTWeniger Haare – aber nicht automatisch hygienischer
Mythos 5: Illustration
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