Wusstest Du schon … Genetik & Biologie
Spannende Fakten über die besonderen genetischen und biologischen Merkmale von Nackthunden
verständlich erklärt und wissenschaftlich fundiert.
Vererbung & Varianten
Wissenswertes rund um die Vererbung der Haarlosigkeit und die Vielfalt innerhalb der Rassen.
Haarlosigkeit bei Nackthunden ist keine moderne Modeerscheinung, sondern ein erbliches Merkmal.
Haarlose Hunde sind bereits lange vor der Entstehung der heutigen Rassen dokumentiert und die Haarlosigkeit wurde über viele Generationen weitergegeben.
In einem Wurf können neben haarlosen auch behaarte Welpen geboren werden.
Das ergibt sich aus der Vererbung der Haarlosigkeit und ist bei Nackthunden ganz normal.
Behaarte und haarlose Welpen aus demselben Wurf gehören zur selben Rasse.
Die behaarte Variante ist keine Kreuzung oder eigene Rasse, sondern gehört ganz selbstverständlich zu den Nackthunderassen.
Die FOXI3-bedingte Haarlosigkeit bei Nackthunden wird dominant vererbt.
Für einen haarlosen Hund reicht deshalb eine einzige Kopie der entsprechenden Genvariante aus.
Quellen
Drögemüller et al. 2008 · Kupczik et al. 2017Auch bei der Verpaarung eines haarlosen mit einem behaarten Nackthund können sowohl haarlose als auch behaarte Welpen geboren werden.
Welche Variante ein Welpe trägt, entscheidet sich bei der Vererbung der Haarlosigkeit.
Bei einer Verpaarung von haarlos und behaart werden nicht in jedem Wurf gleich viele haarlose und behaarte Welpen geboren.
Die Vererbung folgt zwar bestimmten Wahrscheinlichkeiten, bei einem einzelnen Wurf kann die tatsächliche Verteilung aber ganz anders aussehen.
Die Haarlosigkeit wird unabhängig vom Geschlecht vererbt.
Ob ein Welpe haarlos oder behaart geboren wird, hängt nicht davon ab, ob er ein Rüde oder eine Hündin ist.
Die behaarte Variante spielt genetisch eine besondere Rolle.
Behaarte Nackthunde tragen die FOXI3-Variante für Haarlosigkeit nicht und geben sie deshalb auch nicht an ihre Nachkommen weiter. Erst durch die Verpaarung mit einem haarlosen Hund kann die Haarlosigkeit bei den Welpen wieder auftreten.
Ein Nackthund hat die Genvariante für Haarlosigkeit immer nur von einem Elternteil geerbt.
Wird sie von beiden Elternteilen gleichzeitig vererbt, ist der Embryo nicht lebensfähig und entwickelt sich nicht weiter.
FOXI3 & Zahnentwicklung
Die Rolle des FOXI3-Gens und seine Auswirkungen auf die Zahnentwicklung.
Die Haarlosigkeit beim Chinese Crested Dog, Xoloitzcuintli und Perro sin Pelo del Perú hängt mit einer Variante des FOXI3-Gens zusammen.
FOXI3 ist an der Entwicklung von Haaren und Zähnen beteiligt. Deshalb kann die genetische Anlage zur Haarlosigkeit bei diesen Rassen auch die Anzahl und Form der Zähne beeinflussen.
Die Grundlagen für Haarlosigkeit und Zahnstatus entstehen bereits vor der Geburt.
Die genetische Anlage beeinflusst die Entwicklung von Haaren und Zähnen schon während der Entwicklung des Embryos.
Fehlende Zähne bei haarlosen Nackthunden bedeuten nicht automatisch, dass Zähne ausgefallen oder durch eine Erkrankung verloren gegangen sind.
Bestimmte Zähne können aufgrund der genetischen Anlage zur Haarlosigkeit bereits von Anfang an nicht angelegt sein.
Die genetischen Zusammenhänge hinter der Haarlosigkeit von Nackthunden werden bereits seit vielen Jahren untersucht.
Wissenschaftlich beschäftigt man sich bereits seit vielen Jahren mit ihrer Vererbung und den damit verbundenen Merkmalen.
Haut & Biologie
Fakten zur Haut und weiteren biologischen Besonderheiten von Nackthunden.
Die Haut von Nackthunden ist grundsätzlich genauso aufgebaut wie die Haut anderer Hunde.
Der auffälligste Unterschied ist das fehlende oder stark reduzierte Haarkleid, weshalb die sichtbare Haut oft fälschlich als grundsätzlich anders oder besonders empfindlich wahrgenommen wird.
Auch Nackthunde besitzen Sinneshaare (Vibrissen).
Diese sogenannten Vibrissen befinden sich vor allem im Bereich der Schnauze und gehören trotz des fehlenden oder stark reduzierten Haarkleids zur normalen Ausstattung.
Die Talgproduktion kann bei Nackthunden individuell unterschiedlich ausgeprägt sein.
Deshalb ist die Haut bei manchen Hunden eher trocken, während sie bei anderen mehr natürlichen Hauttalg bildet.
Haut und Erscheinungsbild sind nicht bei jedem Nackthund gleich.
Neben der genetischen Veranlagung spielen auch Ernährung, Pflege und äußere Einflüsse eine Rolle.
Temperatur & Pigmentierung
Warum sich Nackthunde wärmer anfühlen, als sie tatsächlich sind, und wie sich ihre Hautfarbe im Jahresverlauf verändert.
Nackthunde haben keine höhere Körpertemperatur als andere Hunde.
Sie fühlen sich beim Berühren trotzdem deutlich wärmer an, weil die Körperwärme ohne isolierendes Fell direkt an der Haut spürbar ist.
Die Pigmentierung der Haut bietet einen natürlichen Schutz gegenüber UV-Strahlung.
Dunkler pigmentierte Haut enthält mehr Melanin und ist dadurch besser vor den Auswirkungen der Sonnenstrahlung geschützt.
Die Haut von Nackthunden ist im Sommer häufig dunkler als im Winter.
Durch Sonneneinstrahlung wird vermehrt Melanin gebildet, wodurch die Pigmentierung der Haut zunimmt. Im Winter geht die Pigmentierung bei geringerer Sonneneinstrahlung wieder zurück und die Haut wird heller.
Entwicklung & Pubertät
Veränderungen, die Nackthunde im Laufe ihrer körperlichen Entwicklung durchlaufen.
Junge Nackthunde können während der Pubertät Hautunreinheiten entwickeln.
Hormonelle Veränderungen spielen dabei eine Rolle und mit zunehmendem Alter gehen die Hautunreinheiten häufig wieder zurück.
Welpen von Nackthunden werden oft deutlich heller geboren, als sie später aussehen.
Mit zunehmendem Alter wird ihre Haut stärker pigmentiert und kann dadurch deutlich dunkler werden.




