Nackthunde im Hundesport – von Agility bis Zughundesport
Wer bei Nackthunden zuerst an Sofa und warme Decken denkt, hat vermutlich noch keinen beim Agility, Dogscooting oder Coursing gesehen.
Denn Nackthunde können sportlich, bewegungsfreudig und vielseitig sein. Chinese Crested, Xoloitzcuintle und Perro sin pelo del Perú sind keine zerbrechlichen Accessoires, sondern ganz normale Hunde mit individuellen Interessen und Fähigkeiten.
Natürlich möchte nicht jeder Nackthund Hundesport betreiben. Aber das ist bei behaarten Hunden nicht anders. Entscheidend ist nicht, ob ein Hund Fell hat, sondern ob die jeweilige Beschäftigung zu ihm passt und ihm Freude macht.

Viele Möglichkeiten
Agility, Canicross, Dogscooter, Coursing, Mantrailing, Rally Obedience, Hoopers, Obedience, Fährtenarbeit oder Dog Dancing – Hundesport ist vielfältig.
Nicht jede Sportart passt zu jedem Hund. Aber das gilt für alle Hunde, unabhängig von Rasse, Größe oder Fell.
Ein Chinese Crested bringt andere körperliche Voraussetzungen mit als ein großer Xoloitzcuintle. Das macht ihn nicht weniger sportlich. Es bedeutet lediglich, dass Aufgaben, Tempo und Belastung zum jeweiligen Hund passen müssen.
Beim Agility zählen Beweglichkeit, Motivation und die Zusammenarbeit mit dem Menschen. Beim Canicross, Dogscooter und Coursing geht es um Laufen, Tempo und Bewegung. Beim Mantrailing arbeitet vor allem die Nase – und nicht die Fellmenge.

Vielseitige Nackthunde im Hundesport
Die drei Nackthunderassen – Chinese Crested, Xoloitzcuintle und Perro sin pelo del Perú – können grundsätzlich in sehr unterschiedlichen Bereichen des Hundesports aktiv sein. Dazu gehören nicht nur Agility, sondern auch Dogscooting, Coursing, Canicross, Mantrailing, Rally Obedience, Hoopers, Obedience, Fährtenarbeit oder Dog Dancing.
Dabei ist keine dieser Sportarten automatisch einer bestimmten Rasse vorbehalten. Alle drei Nackthunderassen können Freude am Agility haben, beim Dogscooting laufen oder sich für Coursing begeistern. Ebenso können Hunde anderer Rassen diese Beschäftigungen ausüben, ohne dem typischen Bild eines „Sporthundes“ zu entsprechen.
Ob eine Sportart für den einzelnen Hund geeignet ist, hängt nicht allein von seiner Rasse ab. Entscheidend sind unter anderem Körperbau, Größe, Alter, Gesundheitszustand, Kondition, Temperament und persönliche Motivation. Ein kleiner Chinese Crested bringt andere Voraussetzungen mit als ein großer Xoloitzcuintle. Ein Perro sin pelo del Perú kann wiederum eigene Stärken und Vorlieben zeigen.
Die Bilder in diesem Beitrag zeigen, wie vielfältig die Möglichkeiten sind und wie wenig das Fehlen von Fell über die sportlichen Fähigkeiten eines Hundes aussagt.
Auch Sportarten, die viele Menschen spontan bestimmten Spezialisten unter den Hunderassen zuordnen, können für geeignete Nackthunde interessant sein. Coursing ist nicht ausschließlich Windhunden vorbehalten. Agility gehört nicht automatisch nur kleinen Hütehunden. Und Dogscooting setzt nicht zwingend einen nordischen Schlittenhund voraus.
Wie bei jedem Hund muss die Belastung zum einzelnen Tier passen und sinnvoll aufgebaut werden. Die Rasse kann Hinweise auf bestimmte körperliche Voraussetzungen geben, ersetzt aber niemals den Blick auf den individuellen Hund.
Nackthunde sind keine einheitliche Sportlergruppe. Sie sind genauso vielfältig wie andere Hunde auch – mit unterschiedlichen Körperbauten, Talenten, Interessen und Grenzen.

Nackt heißt nicht unsportlich
Ein Chinese Crested bringt andere Voraussetzungen mit als ein großer Xolo. Ein Perro sin pelo del Perú hat wiederum seinen eigenen Körperbau, sein eigenes Temperament und seine eigene Art, sich zu bewegen.
Der eine Hund springt begeistert über Hindernisse. Der nächste zieht den Dogscooter. Ein anderer rast über die Coursingbahn oder arbeitet konzentriert beim Mantrailing.
Das sind keine Widersprüche, sondern ganz normale Unterschiede zwischen ganz normalen Hunden.
Nackthunde müssen nicht beweisen, dass sie sich bewegen können.
Nur fehlt ihnen dabei das Fell. Und genau das sagt erstaunlich wenig darüber aus, was ein Hund gerne tut.

Fit for function – auch ohne klassische Arbeitsaufgabe
„Fit for function“ beschreibt, ob Körperbau und gesundheitliche Verfassung eines Hundes zu seiner ursprünglichen oder tatsächlichen Aufgabe beziehungsweise zu seiner Lebensweise passen.
Dabei geht es nicht nur um klassische Arbeitshunde. Auch bei Hunden, die heute überwiegend als Begleit- oder Familienhunde leben, lässt sich beurteilen, ob ihre Anatomie normale und funktionale Bewegung ermöglicht oder sie dabei behindert.
Für Nackthunde bedeutet das: Sie müssen keine Hüte-, Jagd- oder Zugarbeit verrichten, um nach diesem Maßstab beurteilt werden zu können. Ihr Körperbau sollte dennoch zu den Bewegungen passen, die ein Hund im Alltag ausführt – etwa Laufen, Springen, Spielen oder längere körperliche Aktivität.
„Fit for function“ ist keine Frage des Fells und auch keine Frage eines bestimmten Rasseimages. Entscheidend sind Körperbau und gesundheitliche Voraussetzungen des einzelnen Hundes im Verhältnis zu seiner tatsächlichen Lebensweise.
Und genau das zeigen unsere Nackthunde: Sie sind fit for function. Im Alltag und ebenso im Hundesport beweisen sie, dass ihr Körperbau normaler Bewegung nicht im Weg steht.

Einfach Hunde
Nicht jeder Nackthund möchte Hundesport betreiben. Manche lieben Agility, andere Coursing oder Nasenarbeit. Manche laufen begeistert vor dem Dogscooter, andere bevorzugen lange Spaziergänge oder gemeinsames Wandern.
Manche sind echte Sportskanonen, andere eher gemütlich.
Das sind ganz normale individuelle Unterschiede.
Da läuft ein Hund. Da springt ein Hund. Da rast ein Hund. Da sucht ein Hund. Da arbeitet ein Hund mit seinem Menschen.
Nur fehlt ihm dabei das Fell. Und genau das sagt erstaunlich wenig darüber aus, was ein Hund gerne tut.
Quellen
- Fotograf: Horst Jösch – www.horstjosch.com
- Fotograf: Vláďa Sivak – Facebook-Profil
- Fotografin: anifotografia – www.anifotografia.com